Kostenerstattungsverfahren für gesetzlich Versicherte


In Berlin berichten viele Menschen, die auf der Suche nach einem Psychotherapieplatz sind, über lange Wartezeiten. Manche Lebensumstände erlauben jedoch keinen Aufschub einer psychotherapeutischen Behandlung, weswegen grundsätzlich gilt: Eine  Wartezeit über 3 Monate auf einen Psychotherapieplatz ist, nach gesundheitlichen Aspekten beurteilt, nicht zumutbar.

 

Kostenerstattung einer Einzelpsychotherapie wird so für gesetzlich Versicherte auch bei Psychotherapeut*innen wie mir, die in freier (privat) Praxis ohne eigenen Kassensitz arbeiten, möglich, da der Versorgungsauftrag nicht hinreichend abgedeckt werden kann.

 

Die Beantragung an sich ist nicht viel aufwendiger als die Zusammenstellung der Unterlagen für einen Therapieantrag bei einer/einem Kolleg*in mit Kassensitz. Die einzelnen Krankenkassen pflegen jedoch einen recht unterschiedlichen Umgang mit dem Verfahren, sodass es unbedingt notwendig ist, dass Sie sich über die jeweiligen Voraussetzungen Ihrer Kasse für die Übernahme der Kosten informieren.

 

Ablauf für einen Antrag auf Kostenerstattung für gesetzlich Versicherte

 

Schritt 1) Vereinbaren Sie mit mir einen Vorgesprächstermin

Vor unserem Vorgespräch: Erkundigen Sie sich telefonisch bei Ihrer Krankenkasse, welche Bedingungen Sie erfüllen müssen, um erfolgreich einen Antrag auf Kostenerstattung stellen zu können.

 

Es ist hilfreich, wenn Sie sich Folgendes notieren:

  • die einzelnen Bedingungen 
  • den Namen der/des Sachbearbeiter*in

Häufige Bedingungen sind:

A) Der Nachweis, dass in Ihrer Wohnortnähe keine/kein niedergelassene*r Kolleg*in Ihre Behandlung innerhalb der nächsten 3 Monate übernehmen kann. Dazu reicht häufig eine formlose Liste mit Namen und Adresse des/der Kolleg*in und das Datum Ihres Anrufes aus, bei dem Sie die entsprechenden Informationen erhalten haben. Meist reichen 5-8 notierte Versuche aus. 

Um niedergelassene Kolleg*innen zu finden hilft diese Seite der Kassenärztlichen Vereinigung weiter.

B) Eine ärztliche Dringlichkeitsbescheinigung. Dies kann nur von einer/einem medizinischen Kolleg*in ausgestellt werden. Kontaktieren Sie dafür beispielsweise Ihre/Ihren Hausärztin/-arzt.

C) Eine Bescheinigung, dass eine private Praxis die notwendige Behandlung zeitnah übernehmen kann. Diese stelle ich Ihnen dann gegebenenfalls aus.

D) Die Bestätigung einer erfolgten psychotherapeutische Sprechstunde (PTV 11), die Ihnen von einer/einem niedergelassenden Kolleg*in ausgestellt wird.

E) Einen Nachweis, dass die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin Ihnen zeitnah keinen Therapieplatz vermitteln konnte (verschiedene Gründe sind denkbar)

 

Schritt 2) Vorgespräch bei mir. 

Hier lernen wir uns erstmal kennen. Sie können danach besser abwägen, ob Sie eine Psychotherapie bei mir beginnen möchten.

Auch ich kann mir beim persönlichen Vorgespräch am besten ein Bild von Ihrer Situation machen und gegebenenfalls die Dringlichkeit ihrer Behandlung einschätzen sowie eine Verdachtsdiagnose stellen, die nötig, ist um Ihren Antrag auf Kostenerstattung zu stellen.

 

Schritt 3) Wenn Sie sich zu einer Behandlung bei mir entscheiden:

Stellen Sie die für den Antrag auf Kostenerstattung nötigen Unterlagen zusammen und schicken Sie sie an Ihre Krankenkasse.